Indigenous media and conflict transformation in Indonesia

 

Projektleiter: Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Frobenius-Institut an der Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Projektbearbeiterin:
PD Dr. habil Birgit Bräuchler, Monash University, Australien
Förderzeitraum: voraussichtlich Januar 2016 bis März 2017
Fördervolumen: 100 Tsd. Euro

 

Summary

Background: Indonesia houses 50-70 million of the world's 370 million indigenous peoples. Under the authoritarian Suharto regime (1966-1998) Indonesia's national motto 'Unity in Diversity' only superficially accommodated the hundreds of different cultures, ethnic groups and languages. Media – the cornerstone of national unity – were severely restricted. As in other parts of the world, indigenous peoples became victims of land dispossessions, evictions and marginalisation. They had no voice in the media and their stereotypisation legitimised the Indonesian government's development, assimilation and exploitation policies, which gives expression to what Johan Galtung calls structural and cultural violence. After the step-down of Suharto in 1998, the implementation of laws on decentralisation led to democratisation and the reconstitution of local autonomy. The international promotion of cultural and indigenous human rights gave extra impetus to the reempowerment of local communities and indigenous groups. Media liberalisation in post-Suharto Indonesia resulted in exploding numbers of dailies, journals, radio and TV stations. Internet access rapidly increased. Despite these developments, alaw for the recognition and protection of indigenous peoples was only drafted in 2013 and no efforts were taken to come up to article 16 of the United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples that stipulates their right to establish their own media and have access to non-indigenous media. Nonetheless, representatives of the indigenous movement in Indonesia do strategically use new communication technologies to fight for their rights and the protection of their cultures. The transformation of the media from means of oppression to means for empowerment has so far been strongly neglected by media anthropologists, Indonesianists and peace researchers.

Project focus and approach: This project looks at emerging indigenous mediascapes in Indonesia and at how they contribute to transforming structural and cultural violence that is deeply rooted in the Indonesian state's treatment of indigenous peoples. The central question is whether and how the use of (new) media can act as means to transform conflictual communication and relations between indigenous peoples and the state and thus contribute to national peacebuilding. Through concrete case studies on Java and in eastern Indonesia, the proposal's arguments are empirically grounded. Ethnographic fieldwork at the sites and online allows for the participation in those mediascapes and the investigation of the social and political embeddedness of the media cultures in focus. It allows for a culturally informed view from below and an original contribution to the field of peace and conflict studies. The definition of what indigeneity implies is hotly debated in academia and policy-making. The argument here is against essentialism and for the notion of indigeneity and culture as a process of negotiation and articulation.Due to a developing global human rights culture and thriving civil societies worldwide, indigenous peoples became aware of the need of self-representation and indigenous media projects became an important (nonviolent) means to wage war against misrepresentations, land grabbing and cultural genocide. The project aims to analyse such emerging indigenous mediascapes in Indonesia as well as their embeddedness in a broader media landscape where indigenous media strategically interact with more mainstream media, thus challenging established power relations.

 

 Zusammenfassung

Hintergrund: Indonesien beheimatet 50-70 Million der weltweit circa 370 Millionen Indigenen. Unter dem autoritären Suharto-Regime (1966-1998) bot Indonesiens nationales Motto 'Einheit in der Vielfalt' den hunderten unterschiedlichen Kulturen, ethnischen Gruppen und Sprachen nur sehr oberflächlich Raum zur Entfaltung. Inhalte von und Zugang zu Medien – ein Grundpfeiler nationaler Einheit – waren stark eingeschränkt. Wie auch in anderen Regionen der Welt, wurden Indigene Opfer von Landenteignung, Vertreibung und Marginalisierung. Sie hatten keine Stimme in den Medien und ihre Stereotypisierung legitimierte die indonesische Entwicklungs-, Assimilations- und Ausbeutungspolitik, die Ausdruck für Johan Galtungs strukturelle und kulturelle Gewalt ist. Nach dem Rücktritt Suhartos im Jahr 1998 führte die Implementierung von Dezentralisierungsgesetzen zu Demokratisierung und der Wiederherstellung lokaler Autonomie. Die internationale Förderung kultureller und indigener Rechte gibt der Ermächtigung lokaler Gemeinschaften und indigener Gruppen weiteren Rückhalt. Die Liberalisierung der Medien im Post-Suharto-Indonesien führte zu einer Unzahl an neuen Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendern. Der Zugang zum Internet stieg exponentiell an. Trotz dieses generellen Trends wurde erst im Jahr 2013 ein Entwurf für ein Gesetz zur Anerkennung und zum Schutz Indigener vorgelegt. Es gibt noch keine Bemühungen den Forderungen von Artikel 16 der Erklärung der Vereinten Nationen zu den Rechten Indigener nachzukommen, Indigenen das Recht auf eigene Medien und den Zugang zu nicht-indigenen Medien zu gewähren. Nichtsdestotrotz setzt die Indigenenbewegung in Indonesien neue Kommunikationsmedien in ihrem Kampf um Rechte und den Schutz ihrer Kulturen strategisch ein. Diese Transformation der Medien von einem Mittel der Unterdrückung hin zu Empowerment wird von Medienethnologen, Indonesienwissenschaftler und Friedensforschern noch zu wenig beachtet.

Projektschwerpunkt und -ansatz: Das Projekt richtet sein Augenmerk auf entstehende indigene Medienräume in Indonesien und darauf, wie diese zu einer Transformation struktureller wie kultureller Gewalt beitragen, die tief im Umgang des indonesischen Staates mit Indigenen verankert ist. Die zentrale Frage ist, ob und wie der Einsatz von (neuen) Medien konfliktbehaftete Kommunikation und Beziehungen zwischen Indigenen und Staat transformieren und so zur nationalen Friedensbildung beitragen kann. Konkrete Fallstudien aus Java und Ostindonesien liefern die empirische Basis für das Projekt. Ethnographische Feldforschung vor Ort und im Internet ermöglicht die Teilnahme an diesen Medienräumen und eine Untersuchung der sozialen wie politischen Einbettung der im Blickfeld stehenden Medienkulturen. Sie ermöglicht einen kulturell informierten Blick von unten und einen originären Beitrag zur Friedens- und Konfliktforschung. Was Indigenität letztendlich ist und impliziert ist in Wissenschaft und politischen Entscheidungsprozessen umstritten. Das Projekt argumentiert gegen Essentialismus und für die Vorstellung von Indigenität und Kultur als Verhandlungs- und Artikulationsprozesse. Aufgrund der Entwicklung einer globalen Menschenrechtskultur und aktiver Zivilgesellschaften weltweit steigt bei Indigenen das Bedürfnis nach Selbstrepräsentation und indigene Medienprojekte wurden ein wichtiges (gewaltfreies) Mittel, Krieg gegen Fehldarstellungen, Landraub und kulturellen Genozid zu führen. Das Projekt analysiert aufkommende indigene Medienräume in Indonesien sowie ihre Einbettung in eine weitere Medienlandschaft, in der indigene Medien strategisch mit Mainstream-Medien interagieren und so etablierte Machtbeziehungen herausfordern.

AUS DEN GREMIEN:

 

Neuberufungen in den Stiftungsrat

 

Neues Führungsteam der DSF

 

Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat

 

schneckener aktuell
Informationen zur Teilnahme des Vorstands-Vorsitzenden an Kick-off conference

 

Veranstaltungen der Stiftung:

 

Transferveranstaltungen im Rahmen des Projektes „Salafismus in Deutschland. Forschungsstand und Wissenstransfer“

 

15 Jahre Deutsche Stiftung Friedensforschung

Veranstaltung aus Anlass des 15jährigen Bestehens der Stiftung
10. März 2016, 18 Uhr, Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück

zum Bericht

 

NEU IN DER PROJEKTFÖRDERUNG

FÖRDERKONZEPT DSF

 

Foerderkonzept



 

 

NEUE PUBLIKATIONEN

Stiftungseigene Veröffentlichungen

 

Projektpublikationen

 




Handbook on Sustainability Transition and Sustainable Peace
Herausgeber: Brauch, H.G., Oswald Spring, Ú., Grin, J., Scheffran, J. (Eds.) 
Springer 2016

 

dembinski

 

"Auslandseinsätze evaluieren. Wie lässt sich Orientierungswissen zu humanitären Interventionen gewinnen?" von Matthias Dembinski und Thorsten Gromes, HSKF-Report Nr. 8/2016

 

peacebuilding


Peacebuilding in Crisis
Rethinking Paradigms and Practices of Transnational Cooperation
Edited by Tobias Debiel, Thomas Held, Ulrich Schneckener
Routledge 2016

neueste Rezension in: Wissenschaft und Frieden 3/2016, S. 55-56

 

 

 

 

Friedensgutachten 2016 

 

 

 

 

Friedensgutachten 2016

 

 

frieden lernen cover 

Frieden lernen mit Reportagen

 

 

 

 


 

 

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