Untersuchung des Medientenors und der Bevölkerungsmeinung zur aktuellen Flüchtlingsthematik in den deutschen Medien“
Projektleiter: Prof. Dr. Dr. habil. Michael Schenk
Projektbearbeiterin: Mandy Badermann, M. Sc.
Förderzeitraum: 24 Monate
Fördersumme: 92 Tsd. Euro

 

Zusammenfassung


Der Hintergrund des Forschungsvorhabens ist die durch Verfolgung, Gewalt, Konflikte und Krisen, die grobe Missachtung von Menschenrechten sowie schwierige Lebensbedingungen seit ein paar Jahren weltweit drastische Zunahme an Flüchtlingen. Derzeit zählen darunter so viele Menschen, wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Bisher kamen diese Flüchtlinge vor allem in Entwicklungsländern unter. Aufgrund schwieriger ökonomischer und sozialer Rahmenbedingungen, mit denen diese Länder selbst zu kämpfen haben, verlagern sich die Flüchtlingsbewegungen jedoch immer mehr in den europäischen Raum und dabei insbesondere nach Deutschland. Dessen Bevölkerung, die noch nie so vielen Menschen Zuflucht gewähren musste, reagiert entsprechend verunsichert auf die ungewohnte Situation. Aktuelle Ereignisse, wie die Anschläge in Paris im November 2015, Brüssel und Nizza im Jahr 2016, zahlreiche Übergriffe in einigen deutschen Großstädten in der Silvesternacht 2015/2016 sowie die kürzlich stattgefundenen Vorkommnisse in Würzburg und Ansbach nähren diese Unsicherheit, verursachen Vorurteile und schüren Ängste, denen mittlerweile auch in der Öffentlichkeit zunehmend Ausdruck verliehen wird: So unter anderem in Form von scharfer öffentlicher Kritik an der aktuellen Politik, ebenso wie im Rahmen von Demonstrationen oder im Zuge der Wahlen, mit einem zuletzt besorgniserregenden Ausgang für rechtspopulistische Kräfte. Doch auch gewalttätige Eskalationen sind zu verzeichnen, wie beispielsweise im Rahmen vermehrter Anschläge gegen Flüchtlingsheime.
 
Die Medien spielen bei dieser gesellschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik eine bedeutende Rolle, denn sie sind in der Regel die einzige Bezugsquelle für Informationen über die Flüchtlinge und prägen damit im Besonderen die Vorstellungen, Meinungen und Einstellungen über diese. Der über die Medien vermittelte Tenor kann demnach entsprechende, teils schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Aus diesem Grund soll sich das Forschungsvorhaben diesem Medientenor bezüglich des massiven Anstieges an Asylsuchenden in Deutschland und dessen möglicher Konsequenzen auf das diesbezügliche Meinungsbild der Bevölkerung widmen. Im Fokus steht hierbei der Tenor zu den verschiedenen Themen und Ereignissen im Rahmen der Entwicklungen zur Flüchtlingsthematik, ebenso wie die Aussagen der in den Medien diesbezüglich zu Wort kommenden Akteure. Darüber hinaus sollen die folgenden drei Aspekte untersucht werden: Wie stellen die Medien die Flüchtlinge dar, wie positionieren sie sich in ihren Berichten und Artikeln hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland sowie wie wird die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel massenmedial kommuniziert?
Um diese Fragen zu beantworten wird eine umfassende Inhaltsanalyse der in der deutschen Medienlandschaft wichtigsten Nachrichtenmedien im Print- und TV-Bereich sowie der am meisten genutzten sozialen Medien über den Zeitraum von einem Jahr durchgeführt.
 
Des Weiteren werden bevölkerungsrepräsentative Umfragedaten aus diesem Zeitraum mit Bezug zu dieser Thematik hinzugezogen, an denen schließlich der ermittelte Medientenor gespiegelt wird, um festzustellen, inwiefern die massenmedialen Darstellungen auf die Stimmung in der deutschen Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen, aber auch gegenüber der aktuellen deutschen Politik Auswirkungen zeigen. Darüber sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie künftig mit derart sensiblen, emotions- und konfliktbeladenen Themen in der Berichterstattung umgegangen werden sollte sowie wie auch die Politik diesbezüglich besser in der Öffentlichkeit agieren und auf die entsprechende öffentliche Kommunikation reagieren sollte. Mittels zu formulierenden Handlungsempfehlungen sollen künftig medial erzeugte negative Konsequenzen für die Gesellschaft im Idealfall vermieden oder ihnen zumindest gegengesteuert werden, indem eine bestmögliche Basis für die Meinungsbildung der breiten Bevölkerung geschaffen und darüber idealerweise ein friedlicheres Miteinander unterstützt wird.

 



Summary


Since a couple of years there is a noticeable worldwide drastic increase of refugees as a result of persecution, generalized violence, conflict, gross contempt of human rights as well as difficult living conditions. The current number of fleeing people is the highest since World War II. Up to now developing countries hosted the largest number of these refugees but because of difficult economic and social circumstances these countries have to struggle with, for quite some time there is a shifting of the refugee movements to Europe and especially to Germany. That creates a new unaccustomed situation for the German population because they never hosted asylum seekers in such a large extent. The result is an increasing insecurity. Recent events like the terrorist attacks in Paris in November 2015, Brussels and Nice in 2016, numerous assaults in several German cities during night of New Year’s Eve 2015/2016 as well as the recently occurred attacks in Würzburg and Ansbach nurse this feeling of insecurity and fan fear. Meanwhile consequences of these events and developments become apparent in public space such as in form of harsh criticism against the current politics, demonstrations like Pegida or the alarming election results for the right-wing populist forces. But also violent escalations are ascertained, as for instance increasing attacks against refugee accommodations.

Within such a social development mass media have got a substantial influence because usually they are the main source for information about refugees and therewith they are especially minting regarding beliefs, opinions and attitudes towards these asylum seekers. For that reason the research project focusses the media tenor about the considerable increase of asylum seekers in Germany and its consequences on the hereof public opinion. In this context the various topics and events as well as the remarks of the participants in mass media articles and reports are of particular interest. Beyond that we will also examine the following three aspects: how do the mass media portray refugees, what is their public position concerning the accommodation of refugees in Germany as well as the point how the German mass media communicate the refugee policy of Federal Chancellor Angela Merkel?

For that purpose we will perform a comprehensive content analysis of the most important German news media and the mostly used social media during the period of one year. Furthermore we will consult representative survey data about the refugee topic and reflect them with the ascertained media tenor. Thereby we aim to achieve findings that can help to create a better handling with such sensitive, emotional and conflict-laden topics in mass media and politics and with this to support a peaceful coexistence.

AUS DEN GREMIEN:

 

Neuberufungen in den Stiftungsrat

 

Neues Führungsteam der DSF

 

Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat

 

schneckener aktuell
Informationen zur Teilnahme des Vorstands-Vorsitzenden an Kick-off conference

 

Veranstaltungen der Stiftung:

 

Transferveranstaltungen im Rahmen des Projektes „Salafismus in Deutschland. Forschungsstand und Wissenstransfer“

 

15 Jahre Deutsche Stiftung Friedensforschung

Veranstaltung aus Anlass des 15jährigen Bestehens der Stiftung
10. März 2016, 18 Uhr, Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück

zum Bericht

 

NEU IN DER PROJEKTFÖRDERUNG

FÖRDERKONZEPT DSF

 

Foerderkonzept



 

 

NEUE PUBLIKATIONEN

Stiftungseigene Veröffentlichungen

 

Projektpublikationen

 




Handbook on Sustainability Transition and Sustainable Peace
Herausgeber: Brauch, H.G., Oswald Spring, Ú., Grin, J., Scheffran, J. (Eds.) 
Springer 2016

 

dembinski

 

"Auslandseinsätze evaluieren. Wie lässt sich Orientierungswissen zu humanitären Interventionen gewinnen?" von Matthias Dembinski und Thorsten Gromes, HSKF-Report Nr. 8/2016

 

peacebuilding


Peacebuilding in Crisis
Rethinking Paradigms and Practices of Transnational Cooperation
Edited by Tobias Debiel, Thomas Held, Ulrich Schneckener
Routledge 2016

neueste Rezension in: Wissenschaft und Frieden 3/2016, S. 55-56

 

 

 

 

Friedensgutachten 2016 

 

 

 

 

Friedensgutachten 2016

 

 

frieden lernen cover 

Frieden lernen mit Reportagen

 

 

 

 


 

 

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