Natural Resource Governance and Human Security in Post-Conflict Societies
Projektleiter/in: Dr. Nina Engwicht und Dr. Sascha Werthes, Friedensakademie Rheinland-Pfalz, Universität Koblenz-Landau
Projektbearbeiterin: Dr. Nina Engwicht
Förderzeitraum: 24 Monate
Fördersumme: 96 Tsd. Euro

 

Zusammenfassung

Rohstoffgovernance und menschliche Sicherheit in Postkonfliktgesellschaften
Die negativen Auswirkungen „schlechter“ Rohstoffgovernance auf die Eskalation und die Verstetigung von Gewaltkonflikten sind heute weitgehend anerkannt. Dementsprechend wird die Fortsetzung der Regelungsstrukturen, die den gewaltsamen Konfliktaustrag begünstigt oder gar verursacht haben zunehmend als Risiko für die Friedenskonsolidierung in Postkonfliktgesellschaften eingestuft. Ressourcengovernance wird also heute verstärkt als sicherheitsrelevantes Thema verstanden. Dies spiegelt sich auch in der Praxis (inter-)nationaler Strategien des Friedens- und Staatsaufbaus wieder, die immer häufiger die Reform von Rohstoffgovernance umfassen. Ziel ist dabei in der Regel der Aufbau legaler und transparenter Ressourcensektoren, die dem ökonomischen Wiederaufbau, und dadurch indirekt der Friedenskonsolidierung, dienen sollen. Diese, auf der gesellschaftlichen Makro-Ebene angesiedelten Maßnahmen berücksichtigen jedoch nur selten die Auswirkungen von Ressourcenmanagement auf die individuelle und kollektive Sicherheit von konfliktbetroffenen Gesellschaften. Das Projekt trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei, indem es Fragen des Ressourcenmanagements in Postkonfliktgesellschaften explizit mittels einer Perspektive menschlicher Sicherheit in den Blick nimmt.
Das Projekt untersucht die Auswirkungen von Governancewandel in Ressourcensektoren auf menschliche Sicherheit anhand von zwei Fällen, in denen der Abbau und der Handel von Rohstoffen auf signifikante Weise mit gewaltsamen Konflikten und menschlicher Unsicherheit verknüpft waren. Die Diamantenmärkte in Sierra Leone und Liberia waren durch die Bürgerkriege in beiden Ländern miteinander verbunden und wurden seither umfassend reformiert. Durch Analyse und systematischen Vergleich der beiden Fälle untersucht das Projekt, wie sich Veränderungen der Ressourcengovernance auf menschliche Sicherheit auf der gesellschaftlichen Mikro-Ebene auswirken.
Das Projekt wird den Wissensstand über das Zusammenwirken von Ressourcenreichtum und gewaltsamen Konflikten auf drei Weisen erweitern: Erstens untersucht es die Auswirkungen von Ressourcengovernance mittels einer analytischen Perspektive der menschlichen Sicherheit, die es ermöglicht, Erfolg und Misserfolg von Reformmaßnahmen in Ressourcensektoren in ihrer Komplexität zu untersuchen. Insbesondere erfasst die Perspektive der menschlichen Sicherheit die intendierten und nicht intendierten Effekte von Governance auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen. Zweitens bringt das Projekt Literaturen miteinander ins Gespräch, die bislang kaum zueinander sprechen; insbesondere ethnografische Forschung, die auf die Notwendigkeit, von Ressourcenabbau betroffene Gemeinschaften zu schützen verweist und anwendungsorientierte Statebuilding-Forschung. Drittens wird das Projekt Primärdaten zu zwei bislang wenig erforschten Fällen von Governancewandel in Ressourcensektoren erheben.
Ziel des Projektes ist es praxisrelevante Erkenntnisse über intendierte und nicht-intendierte, positive sowie negative Effekte von Ressourcenmanagement auf die Bevölkerung in Abbaugebieten zu produzieren. In Form von Politikempfehlungen sollen die Projektergebnisse für die Entwicklung kontextsensitiver Strategien der Rohstoffgovernance, die von Konflikt und Rohstoffabbau betroffenen Bevölkerungsgruppen tatsächlich zugutekommt, genutzt werden.

 

Abstract


“Bad” governance of natural resource sectors is increasingly gaining acknowledgment as a risk to the successful and sustainable consolidation of peace in post-conflict societies. This is especially true in cases in which natural resources have previously been linked the escalation and perpetuation of violence. Accordingly, (inter-)national peacebuilding and state-building strategies today increasingly feature transformations in natural resource governance, striving to ensure that the management of natural resources is legal, transparent and beneficial to lasting peace and development. However, these macro-level oriented measures rarely take into account the socio-political and socio-economic impacts of natural resource management on individual and community security and the well-being of conflict-affected populations. This research project aims to fill this research gap by explicitly taking a human security perspective on natural resource management in post-conflict societies. Its guiding interest is to find out how institutional change in natural resource sectors affects human security in transitional societies.
In a comparative study, it investigates two cases of natural resource sectors that have been strongly associated with violent conflict and human insecurity: The diamond markets in Sierra Leone and Liberia have been linked by violent conflict and have since undergone comparable changes in sector governance. Through analysis and systematic comparison of these two cases, the project will determine how transformation in natural resource sector governance impacts human security on the micro-level of communities affected by conflict and resource extraction.
The project will further the academic knowledge on the interplay between natural resource abundance, violent conflict and peace-building in three regards: First, by examining the effects of resource sector governance through an analytical lens of human security, thereby allowing for a complex understanding of the successes and failures of governance transformation in natural resource sectors. In particular, a human security approach is able to take into account the intended and unintended consequences of governance measures and their impact on vulnerable communities. Second, the project links relevant literatures that, as of yet, hardly speak to each other – in particular ethnographic research raising concerns about livelihood protection in extractive communities and policy-oriented research on state-building and institutional reform that largely ignores these warnings. Thirdly, the project will source original data on two highly relevant yet under-researched cases of governance change in resource sectors.
The results of the research project will be highly important and transferable to the practice of policy design and implementation. They will generate insight into the intended and unintended as well as the beneficial and harmful consequences of governance measures on vulnerable communities in post-conflict states. They will be able to inform policy recommendations aimed at developing context-sensitive strategies of natural resource governance that are truly beneficial to local communities affected by conflict and resource extraction.

AUS DEN GREMIEN:

 

Neuberufungen in den Stiftungsrat

 

Neues Führungsteam der DSF

 

Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat

 

schneckener aktuell
Informationen zur Teilnahme des Vorstands-Vorsitzenden an Kick-off conference

 

Veranstaltungen der Stiftung:

 

Workshop der Stiftung und Fachsymposion von DSF und FONAS in Berlin

 

Transferveranstaltungen im Rahmen des Projektes „Salafismus in Deutschland. Forschungsstand und Wissenstransfer“

 

15 Jahre Deutsche Stiftung Friedensforschung

Veranstaltung aus Anlass des 15jährigen Bestehens der Stiftung
10. März 2016, 18 Uhr, Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück

zum Bericht

 

NEU IN DER PROJEKTFÖRDERUNG

FÖRDERKONZEPT DSF

 

Foerderkonzept



 

 

NEUE PUBLIKATIONEN

Stiftungseigene Veröffentlichungen

 

Projektpublikationen

 




Handbook on Sustainability Transition and Sustainable Peace
Herausgeber: Brauch, H.G., Oswald Spring, Ú., Grin, J., Scheffran, J. (Eds.) 
Springer 2016

 

dembinski

 

"Auslandseinsätze evaluieren. Wie lässt sich Orientierungswissen zu humanitären Interventionen gewinnen?" von Matthias Dembinski und Thorsten Gromes, HSKF-Report Nr. 8/2016

 

peacebuilding


Peacebuilding in Crisis
Rethinking Paradigms and Practices of Transnational Cooperation
Edited by Tobias Debiel, Thomas Held, Ulrich Schneckener
Routledge 2016

neueste Rezension in: Wissenschaft und Frieden 3/2016, S. 55-56

 

 

 

 

friedensgutachten 2017 

 

 

 

 

Friedensgutachten 2017

 

 

frieden lernen cover 

Frieden lernen mit Reportagen

 

 

 

 


 

 

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