The Challenges of Global Peace Policy Today – Symposium on the Occasion of Prof. Dr. Dieter Senghaas’s 85th Birthday
Project leadership: Prof. Dr. Klaus Schlichte and Dr. Roy Karadag, Universität Bremen
Project typ: Networking project (FB 2: Networking and knowledge transfer)
Funding amount: 6.600 Euro
Event: Bremen, 05. September 2025
Summary
The focus of this anniversary symposium is an examination of some of the key questions in the work of Dieter Senghaas. In light of new wars (Ukraine-Russia, Middle East, Central and East Africa), new great power constellations, and new anti-liberal, nationalist projects, how violent conflicts can be regulated, arms dynamics contained, cultural differences bridged, and socioeconomic inequalities curbed no longer seems as clear as it was during the East-West confrontation or during the liberal heyday of the 1990s. The claim to solve global problems cooperatively and within the framework of international organizations and agreements is no longer taken seriously or defended even in liberal democracies. Instead, right-wing populist and nationalist parties are damaging the very values of freedom and equality. As a result, democratic alliances to oppose autocratic claims to power are scarcely found in international politics. At present, it seems completely unclear how globally formulated demands for justice, solidarity, and sustainable development can even be implemented peacefully under these conditions. This event is intended as a contribution by Bremen’s social sciences to ongoing debates about the opportunities and risks of global politics in the 21st century. It focuses primarily on the dynamics of military, political, and economic hierarchies in global society and examines the capacity of existing political organizations to manage conflict dynamics that have evolved over decades and to enable peaceful, cooperative coexistence in times of political and ecological upheaval. With this event, the InIIS and the DSF honor the life and work of one of the most internationally renowned and respected peace and conflict researchers, who has taught and researched at the University of Bremen since 1978. In the book “German Political Scientists – Work and Impact,” edited by Eckhard Jesse and Sebastian Liebold, Dieter Senghaas is characterized as an outstanding scholar who “has shaped an entire generation of people in peace research, the peace movement, and the development policy scene.” At the same time, Senghaas’s conditions for rule-based and peace-oriented political communities, as he formulated them in his civilizational hexagon, are also being redefined. In light of climate change and the ecological destruction it brings with it, these conditions must be supplemented by ecological factors of human coexistence. These new ecological questions must be posed in such a way that they can also be discussed and researched in social science peace and conflict research.
Zusammenfassung
Im Mittelpunkt des Jubiläums-Symposiums steht die Auseinandersetzung mit einigen der Schlüsselfragen im Werk von Dieter Senghaas. Wie Gewaltkonflikte verregelt, Rüstungsdynamiken eingehegt, kulturelle Unterschiede überbrückt und sozioökonomische Ungleichheiten eingedämmt werden können, scheint angesichts neuer Kriege (Ukraine-Russland, Nahost, Mittel- und Ostafrika), neuer Großmächtekonstellationen und neuer antiliberaler, nationalistischer Projekte nicht mehr so klar zu sein, wie das noch in Zeiten der Ost-West-Konfrontation oder in der liberalen Hochphase der 1990er Jahre der Fall war. Die Ansprüche, Weltprobleme kooperativ und im Rahmen von internationalen Organisationen und Abkommen zu lösen, werden heutzutage nicht einmal mehr in liberalen Demokratien ernst genommen und verteidigt. Stattdessen beschädigen rechtspopulistische und nationalistische Parteien die Werte von Freiheit und Gleichheit selbst. Infolgedessen finden sich in der internationalen Politik kaum noch demokratische Allianzen, um sich autokratischen Herrschaftsansprüchen zu widersetzen. Derzeit scheint völlig unklar, wie sich unter diesen Bedingungen global formulierte Ansprüche auf Gerechtigkeit, Solidarität und nachhaltige Entwicklung auf friedvolle Art und Weise überhaupt umsetzen lassen.
Die Veranstaltung versteht sich als Beitrag der Bremischen Sozialwissenschaften zu laufenden Debatten um die Chancen und Risiken der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Dabei nimmt sie vor allem die Dynamik von militärischen, politischen und ökonomischen Hierarchien in der Weltgesellschaft in den Blick und fragt nach der Fähigkeit der bestehenden politischen Organisationen, jahrzehntelang gewachsene Konfliktdynamiken zu bewältigen und ein friedliches, kooperatives Zusammenleben in Zeiten von politischen und ökologischen Umwälzungen zu ermöglichen.
Mit dieser Veranstaltung würdigt das InIIS und die DSF das Leben und Werk eines der international bekanntesten und geachteten Friedens- und Konfliktforschers, der seit 1978 an der Universität Bremen lehrt und forscht. In dem von Eckhard Jesse und Sebastian Liebold herausgegebenen Buch „Deutsche Politikwissenschaftler – Werk und Wirkung“ wird Dieter Senghaas als herausragender Wissenschaftler charakterisiert, der „eine ganze Generation von Menschen in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung und in der entwicklungspolitischen ‚Szene‘ geprägt“ hat. Gleichzeitig stellen sich auch die Senghaas’schen Bedingungen für regelgebundene und friedensorientierte politische Gemeinschaften, wie er sie in seinem zivilisatorischen Hexagon formuliert hat, ganz neu. Angesichts des Klimawandels und der ökologischen Zerstörungen, die er mit sich bringt, müssen diese Bedingungen um ökologische Faktoren menschlichen Zusammenlebens ergänzt werden. Diese neuen ökologischen Fragen müssen dabei so gestellt werden, dass sie auch in der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung erörtert und erforscht werden können.
