Friedensgutachten 2018:
Kriege ohne Ende. Mehr Diplomatie – weniger Rüstungsexporte

Die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute haben das diesjährige Friedensgutachten am 12. Juni 2018 in Berlin vorgestellt.
Seit diesem Jahr erscheint es in einem neuen Format und ist kostenlos für die Öffentlichkeit als Download unter folgendem Link verfügbar: https://www.friedensgutachten.de/2018.
Als Printversion erscheint das Gutachten im LIT-Verlag unter der ISBN-Nummer 978-3-643-14023-4.
Die Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert das Friedensgutachten seit 2007.

Bericht aus der Tagungsförderung erschienen

Prospects for Peace research in Central Asia: Between Discourses of Danger, Normative Divides and Global Challenges

(Hamburg, 17.-18. November 2016)

Dr. Anna Kreikemeyer, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg IFSH

Die Friedens- und Konfliktforschung arbeitet mit wissenschaftlichen Konzepten, die überwiegend im globalen Norden entwickelt worden sind. Bei der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen Weltregionen, nicht zuletzt auch aus Krisen- und Konfliktgebieten, stellt sich für sie deshalb zunehmend die Herausforderung, Anknüpfungspunkte für einen Austausch und Dialog zu identifizieren. Die DSF förderte eine internationale Tagung am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), auf der die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Kooperation auf dem Gebiet der Friedens- und Konfliktforschung zwischen Institutionen aus europäischen und zentralasiatischen Staaten ausgelotet wurden. Die Projektleiterin, Dr. Anna Kreikemeyer, zieht ein positives Resümee aus den Diskussionen: „Joint discussions about propects for peace research make inspiration and learning possible, open up new horizons for scholars from Europe and Central Asia uand help to prevent alienation.“

Die wichtigsten Ergebnisse sind in diesem Tagungsbericht zusammengefasst.


Friedensbewegungen und demokratische Kultur in Südeuropa, 1975-1990

(Deutsches Historisches Institut Rom, 14.-16. Februar 2018)

Prof. Dr. Martin Baumeister, Deutsches Historisches Institut Rom

Während die anti-nuklearen Protestbewegungen der 1980er Jahre für die wichtigsten westeuropäischen Länder in den letzten zehn Jahren intensiv erforscht worden sind, wurden die gleichzeitigen Entwicklungen in Südeuropa noch nicht substanziell erforscht. Die DSF förderte eine internationale Tagung am Deutschen Historischen Institut in Rom, die von Institutsdirektor Professor Dr. Martin Baumeister und Professor Dr. Benjamin Ziemann (University of Sheffield) organisiert wurde. Die Konferenz brachte Historikerinnen und Historiker mit Vertretern der politischen Wissenschaft und Kulturwissenschaftlern zusammen, die empirisch zu den anti-nuklearen und anti-militaristischen Bewegungen in den Südeuropäischen Ländern Griechenland, Italien und Spanien während der 1970er und 1980er Jahre forschen.

Eine Zusammenfassung der Beiträge und die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in diesem Tagungsbericht.

Projekt im Fokus:

Radical Islamist armed groups – (De)escalation paths and entry points fo third-party engagement

Standardprojekt von Dr. Véronique Dudouet, Berghof Foundation, Berlin in die Förderung aufgenommen

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Generierung von Wissen über die Muster, kritischen Momente und Faktoren der Konflikt(de)eskalation von radikalislamistischen
bewaffneten Gruppen (RIAGs) und die Rolle von „soft power“-Dialogversuchen zwischen Drittparteien (wie lokalen Brückenbauern, humanitären Akteure oder internationale Mediatoren) mit ihren Führern, Mitgliedern oder „Proxies“, um Gewalt zu reduzieren oder Impulse für einen Friedensprozess zu setzen.
So soll das Projekt einen Beitrag zur aufkommenden Debatte unter Forschern und Praktikern zu den Möglichkeiten von Soft-Power-Ansätzen zur Transformation von gewalttätigem Extremismus liefern.

News:

Staatssekretär Dr. Michael Meister zum Vorsitzenden des Stiftungsrats der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) gewählt

Der Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Friedensforschung wählte Herrn Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, am 28. November 2018 zu seinem neuen Vorsitzenden.

Dr. Michael Meister ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Der promovierte Mathematiker machte sich einen Namen als Finanzexperte der CDU/CSU-Fraktion und war 2004 bis 2013 stellvertretender Vorsitzender der Fraktion. In den Jahren 2013 bis 2018 arbeitete er als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und wechselte im März 2018 in gleicher Funktion in das Bundesministerin für Bildung Forschung.

Dr. Michael Meister vertritt das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit September 2018 im Stiftungsrat der DSF. Dem obersten Organ der Stiftung, das vor allem Lenkungs- und Aufsichtsaufgaben wahrnimmt, gehören sieben Mitglieder aus dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung sowie fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.

Dr. Michael Meister folgt im Amt des Stiftungsratsvorsitzenden Stefan Müller (MdB) nach, der satzungsgemäß aus dem Gremium ausschied.


Der Wissenschaftsrat evaluiert das Forschungsfeld der
Friedens- und Konfliktforschung

Der Wissenschaftsrat, das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium für den Bund und die Länder, hat jüngst beschlossen, die Evaluation des Forschungsfeldes der Friedens- und Konfliktforschung in das Arbeitsprogramm (siehe hier für weitere Informationen) für das Jahr 2017 aufzunehmen. Er reagierte damit auf eine Bitte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Evaluation soll alle einschlägigen wissenschaftlichen Institutionen einbeziehen. Sie erstreckt sich sowohl auf die universitäre Forschung und Lehre sowie die außeruniversitäre Forschung als auch die Rolle der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) als Fördereinrichtung. Vor dem Hintergrund einer spürbar gestiegenen Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise zu friedens- und sicherheitspolitischen Themen stelle sich die Frage, wie gut die Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland hierfür aufgestellt sei und wie das Forschungsfeld weiterentwickelt werden könne.

Die Arbeitsgruppe für die Evaluation wird Ihre Beratung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2017 aufnehmen.


„die debatte“ zum Thema Frieden und Friedensforschung heute

Das Diskussionsforum „die Debatte“, ein Projekt von „wissenschaft im dialog“, befasst sich in einem aktuellen Schwerpunkt mit der Frage, was Frieden aus heutiger Perspektive bedeutet und wie sich die Friedens- und Konfliktforschung wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzt. Der Vorsitzende des Vorstands der DSF, Prof. Dr. Ulrich Schneckener, stand dem Redaktionsteam Rede und Antwort:

Zum Interview: https://www.die-debatte.org/frieden-interview-schneckener/

Zum einführenden Redaktionsbeitrag: https://www.die-debatte.org/thema/frieden/

Die DSF als Kooperationspartnerin in Verbundprojekten

Die Deutsche Stiftung Friedensforschung ist Kooperationspartnerin des Verbundprojektes
„Flucht – Forschung und Transfer“, das federführend durch das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS),
Osnabrück, und das Bonn International Center for Conversion (BICC) geleitet wird.
Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

(Foto: P. Stachura, Flickr, http://bit.ly/2u7Zip3, CC BY-ND 2.0)

DSF ist Kooperationspartner im Projekt Gesellschaft Extrem: Radikalisierung und Deradikalisierung in Deutschland. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt hat zum 01.07.17 begonnen und arbeitet über eine Laufzeit von 18 Monaten systematisch vergleichend den Stand der Radikalisierungsforschung auf und schlägt Handlungsoptionen gegen Radikalisierung und zur Stärkung demokratischer Werte vor.  Beteiligt sind das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld, das Berliner Institut für Empirische Integrations- und Migrations­forschung (BIM) der Humboldt-Universität Berlin, das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (PRIF/HSFK) und das Violence Prevention Network. Die Rolle der DSF ist die Gestaltung einer gemeinsamen Abschlusskonferenz.

Treuhandstiftung

Termine der Stiftung

Antragstermine für die Forschungsprojektförderung

1.  Antragstermin 2019:    2. Mai 2019
2.  Antragstermin 2019:    1. November 2019

Antragstermin für die Förderlinie „Neue Technologien“

01. Februar 2019

NEUE PUBLIKATIONEN

Aus dem von der DSF geförderten Projekt Disentangling International and Local Understandings in Peacebuilding. Insights from the ‚Laboratory‘ of Bougainville erschienen.

Neue Projektpublikation zum Thema Flucht, Genderbeziehungen und Gewalt

In den Jahren 2013 bis 2016 förderte die DSF ein Forschungsprojekt am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps Universität Marburg, das sich mit dem Thema sexueller Gewalt an Frauen in kriegsbedingten Flüchtlingslagern anhand einer Fallstudie zu Uganda auseinandersetzte. Im Rahmen dieses Projektes ist nun der von Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel und Dr. Ulrike Krause herausgegebene Sammelband erschienen, der sich unter dem Titel Gender, Violence, Refugees der Frage widmet, wie sich die Geschlechterbeziehungen unter dem Einfluss von Flucht, Fluchträumen und Rückkehrprozessen verändern und welche Gewalterfahrungen damit verbunden sind. In insgesamt zwölf Beiträgen wird anhand von Beispielen aus Afrika, Asien, Europa und dem Nahen Osten verdeutlicht, wie wichtig die Analyse der Gewaltursachen ist, um ihnen gezielt mit präventiven Maßnahmen entgegenwirken zu können.
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