63th Pug-wash Conferences on Science and World Affairs
Projektleitung: Prof. Dr. Götz Neuneck, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e. V. VDW (Deutsche Pugwash-Gruppe)
Projekttyp: Vernetzungsprojekt (Förderbereich 2: Vernetzung und Wissenstransfer)
Fördersumme: 7,5 Tsd. Euro
Veranstaltung: Hiroshima, 13.-14. November 2025
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Zusammenfassung
Die „63. Pugwash Conferences on Science and World Affairs“, die für Ihre Science Diplo-macy und Track-II Bemühungen 1995 zusammen mit ihrem Gründer Sir Joseph Rotblat den Friedensnobelpreis erhalten haben, findet im November 2025 in Hiroshima/Japan statt. Die neue Weltlage ist durch Kriege und zunehmende Konflikte mit hohem Gewaltpotenzial und neuen schwierigen Konfliktkonstellationen gekennzeichnet. Über Grenzen hinweg sind daher intensive Dialogformen und vertrauensbildende Gespräche nötiger denn je, gerade auch mit problematischen Staaten. Dies gilt insbesondere dort, wo die Gefahr des Einsatzes von Mas-senvernichtungswaffen akut ist. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, war diese Art von „Sci-ence Diplomacy“ auf Basis vertraulicher Dialoge (Track-II) im Kalten Krieg langwierig aber erfolgreich. Sie bildet nach wie vor die Basis für weitere Aktivitäten unter den veränderten geopolitischen Umständen. Über fünf Tage, einschließlich einer selbst-organisierten Tagung der International Young/Student Pugwash (ISYP) Gruppe, trafen sich in Hiroshima 180 Teil-nehmer aus 41 Ländern, um im Rahmen von öffentlichen und geschlossenen Sitzungen aktuel-le Fragen der globalen Sicherheit, regionaler Konflikte, dem Einfluss von Neuen Technologien auf die Geopolitik zu diskutieren. Hinzu kam, dass ein Besuch in Hiroshima vor Ort besonders beindruckend ist zumal das Wissen um den Einsatz einer kleinen Atombombe zunehmend in Vergessenheit gerät. Die Präsenz von deutschen Panelisten und insbesondere jüngeren Teil-nehmer:innen aus Europa und dem Globalen Süden ist zentral für weitere internationale Akti-vitäten und den Austausch mit anderen Ländern.
Einen Perspektivenwechsel in komplexen Konfliktkonstellationen vorzunehmen, ist für Frie-dens- und Konfliktforschung ebenso essenziell wie die verstärkte Einbeziehung der jüngeren Generation. Es besteht gerade für die jüngeren Teilnehmer:innen darin 1. mit international bekannten Wissenschaftlern und Experten in direkten Kontakt zu treten, 2. Eigene Lö-sungsoptionen in vertraulicher Atmosphäre zu entwickeln ; 3. ihre Netzwerke auszubauen, um selbst in Zukunft Verantwortung im Pugwash-Netzwerk zu übernehmen und 4. unterschiedli-che Sichtweisen und Lösungsvorschläge zurück in die Heimatländer mitzunehmen.
Die jüngere Generation von Wissenschaftler:innen muss mit den Methoden der Track-II Dip-lomatie in internationalen Netzwerken vertraut gemacht werden. Zu diesem Zweck wurde neben der Teilnahme von deutschen Experten an der Pugwash-Konferenz auch junge Wissen-schaftler:innen aus Europa und dem Globalen Süden im Rahmen der selbst-organisierten Vor-konferenz der International Young/Student Pugwash (ISYP) eingeladen. Es wurden von den Geförderten Konferenzpapiere erstellt, Arbeitssitzungen geleitet und Hintergrundgespräche geführt. Die erfahrenen Wissenschaftler:innen und Expert:innenen begleitet darüber die jünge-ren Wissenschaftler, deren Teilnahme durch Übernahme von Reisekosten durch die DSF ge-fördert wird.
Die Präsenz von erfahrenen Wissenschaftler:innen für die Hauptkonferenz ist wichtig, um deutsche und europäische Sichtweisen international darzustellen und die jüngeren Wissen-schaftler:innen in den Arbeitsgruppen zu unterstützen. Zu diesem Zweck wird insgesamt ein Reisekostenzuschuss für zwei erfahrene Wissenschaftler und jüngere Nachwuchswissenschaft-ler ermöglicht, wobei die Ortskosten von den Organisatoren übernommen werden.
Üblicherweise haben die nationalen europäischen Pugwash-Gruppen und Experten auch eine Mentorfunktion für Kandidat:innen aus dem Globalen Süden oder von engagierten Studenten aus anderen europäischen Ländern, die über keine funktionierende nationale Pugwash verfü-gen, aber die die Grundlage für spätere Aktivitäten legen können.
Durch die Teilnahme an der ISYP-Konferenz (30./31. Oktober 2025) und im Anschluss daran bei der Pugwash-Konferenz ergab sich zudem eine verstärkte Vernetzung und ein intensiver Austausch der jüngeren Teilnehmer bei internationalen Track-II Dialogen im Hinblick auf in-ternationale aktuelle Konfliktbewältigung.