Wissenstransfer zum Thema Frieden und Sicherheit in Zeiten der Künstlichen Intelligenz
Projektleitung: Prof. Dr. Götz Neuneck, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e. V. (VDW)
Projekttyp: Vernetzungsprojekt (Förderbereich 2: Vernetzung und Wissenstransfer)
Fördersumme: 2,8 Tsd. Euro
Veranstaltung: Berlin, 13.-14. November 2025
Zusammenfassung
Künstliche Intelligenz (KI) ist der bestimmende technologische Trend unserer Zeit mit vielen noch nicht verstandenen Konsequenzen in/für viele Lebensbereichen, aber auch besonderer Relevanz für den Themenbereich Frieden und Sicherheitspolitik. Neue Technologien, wie die Entwicklung von KI, spielen hierbei in wirtschaftlicher als auch in friedens- und sicherheitspolitischer Hinsicht eine Schlüsselrolle. Vor dem Hintergrund der internationalen wie nationalen Debatte über die Implikationen der Einführung und Nutzung von KI werden deren Folgen für Frieden und Sicherheit nur unzureichend diskutiert. Hier ist es besonders wichtig, wissenschaftliche Expertise und Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Militär sowie innerer Sicherheit zusammenzubringen und mögliche Lösungsoptionen für nationale Resilienz und Vertrauensbildung auszutauschen/zu diskutieren.
Ziel der eineinhalbtägigen Tagung war es, besonders relevante Zusammenhänge zwischen geoökonomischen Veränderungen und dem tatsächlichen Potenzial von KI anhand des aktuellen Anwendungsstandes sowie absehbarer zukünftiger Nutzungen aufzuzeigen und Konsequenzen und potenzielle Vorschläge zu diskutieren.
In der aktuellen Situation sind Politik und Wissenschaft besonders herausgefordert, zukünftige technologische Entwicklungen und Auswirkungen der weiteren KI-Entwicklung umfassend und auf dem neuesten Stand der Technik zu verstehen und umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung von Resilienz und Sicherheitsvorsorge vorzuschlagen und umzusetzen. Die Tagung stellt deshalb sicherheitspolitische Aspekte des KI-Einsatzes in den Mittelpunkt und fokussiert auf die Frage, welche Verantwortung Staat, Wirtschaft und Wissenschaft tragen, um Frieden und Freiheit in Europa in Zukunft zu sichern.
Wissenschaftler:innen und ihre Institutionen sind hierbei seit vielen Jahren erfolgreich enga-giert — oftmals fernab der öffentlichen Wahrnehmung. Basierend auf den Erfahrungen vieler Jahrzehnte besteht die Hoffnung, dass „die Politik“ stärker auf „die Wissenschaft“ hört. Andererseits geht es auch darum, wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der Außen- und Sicherheitspolitik sowie der Technikentwicklung stärker als bisher direkt für Gesellschaft, Sicherheitssektor und Wirtschaft nutzbar zu machen, um eine aktive Rolle bei der Abwehr von Bedrohungen und dem Auffinden konstruktiver, sicherheitsrelevanter Lösungen einzunehmen
Die zweitägige Tagung wurde von zwei Studiengruppen der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung konzipiert und durchgeführt. Die VDW-Studiengruppe „Digitalisierung und Technologiefolgenabschätzung“ hatte zu dem Thema KI gerade ein neues Buch im Open Access Format herausgebracht.
Die VDW (www.vdw-ev.de) wurde 1959 aus der DPG heraus von den Initiatoren der „Göttinger Erklärung“ (1957) gegen die atomare Bewaffnung Deutschlands gegründet. Im Zent-rum steht für sie die Frage der Verantwortung der Wissenschaft für die Gestaltung der Zu-kunft.
In der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) vernetzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, die ihre Verantwortung für die Folgen von wissenschaftlicher Forschung und technischer Entwicklung kritisch reflektieren und mit differenzierter Expertise an der gesellschaftlichen Debatte, vor allem auf den Gebieten Frieden, Klima, Biodiversität und Ökonomie, aktiv teilnehmen. Die VDW-Studiengruppe „Frieden und Europäische Sicherheit“ tagt regelmäßig. Hier werden auch Mitglieder der jungen VDW mit einbezogen. Sie ist gleichzeitig die Verbindung zur 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten „Pugwash Conferences on Science and World Affairs“, in der Wissenschaftler:innen und Diplomat:innen sich international austauschen. Am 13. und 14. November 2025 fand in den Räumlichkeiten der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin die wissenschaftliche Tagung der VDW „Frieden und Sicherheit in Zeiten der Künstlichen Intelligenz“ statt. Es ging bei der Tagung um die aktuellen Herausforderungen sicherheitsrelevanter Anwendungen der KI für Resilienz und Fähigkeiten ziviler, infrastruktur-kritischer und militärischer Strukturen in Deutschland sowie sicherheits- und friedenspolitische Implikationen in Europa. Neben den Vorträgen hochrangiger Fachleute aus dem Sicherheitssektor und der Friedens- und Konfliktforschung wurden parallele Workshops zur Vernetzung und Vertiefung des Themas durchgeführt und die Vorschläge im Plenum zur Diskussion gestellt.