Aktuelle Dynamiken politischer Intervention von ‚Rechts‘

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Auf dem Bild ist das Logo der Stiftung in klein abgebildet.Aktuelle Dynamiken politischer Intervention von ‚Rechts‘. Eine multi-lokale Untersuchung zur Jugendarbeit als Akteurin der Demokratiebildung

Projektleitung: Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg
Projektbearbeitung: Dr. Nils Schuhmacher sowie Christoph Bochentin (Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Dr. Jennifer Hübner (Kath. Hochschule NRW), Hannah Jestädt (Universität Siegen), Tina Leber (Hochschule Niederrhein), Kai Nolde (Hamburg), Jana Sämann (Universität Siegen), Erik Theuerkauf (Hochschule Merseburg)
Projekttyp: Pilotprojekt
Fördersumme: 50 Tsd. Euro
Laufzeit: 7 Monate



Zusammenfassung

Die Studie untersucht aktuelle politische Interventionen, Konflikte und Aushandlungsprozesse rund um die Ausrichtung, die Durchführung, die Zielgruppen und Inhalte von Angeboten der Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit (§11 SGB VIII). Ausgangspunkt sind Infragestellungen und Kontroversen, die derzeit vielerorts in zunehmender Brisanz beobachtet werden können. Diese stehen im engen Zusammenhang mit dem wachsenden Einfluss und Agieren eines autoritären bis extrem rechten politischen Lagers. Die alleinige Konzentration auf Interventionen von ‚rechts‘ greift allerdings deutlich zu kurz, denn Erfolge und Misserfolge der hier entwickelten Strategien ergeben sich aus dem Zusammenspiel mit an­deren politischen und administrativen Akteur:innen. Dabei kommt lokalen Handlungsräumen und ihren jeweiligen Akteurskonstellationen zentrale Bedeutung zu.

Ausgehend von dieser Annahme wird exemplarisch am Arbeitsfeld der Jugendarbeit als einem zentralen Bereich politischer und demokratischer Bildung die Interaktion zwischen politischen Akteuren, Behörden, Verwal­tungen und Fachpraxis untersucht, um genauere Kenntnisse über Bedingungen, Verläufe, Dynamiken und Folgen der Konflikte sowie über die Verteidigung demokratischer Räume und Kultur zu erlangen.

Im Zentrum stehen dabei folgende Fragen: 1) Welche Konstellationen und Dynamiken von politischer Intervention und Steuerung lassen sich in den untersuchten Lokalräumen erkennen? 2) Welche ‚Skripte des Normalen‘, d.h. welche politischen, diskursiven und förderungspraktischen Veränderungen und Beharrungen zeichnen sich in den Lokalräumen ab? 3) Welche Erklärungsansätze finden sich für lokale Unterschiede in den Positionierungen und Vorgehensweisen der Beteiligten aus Politik und Verwaltung?

Die Studie wird in acht bundesdeutschen Lokalräumen umgesetzt. Dabei handelt es sich um Mittel- und Kleinstädte, Bezirke von Großstädten sowie Landkreise in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Untersuchungen basieren jeweils auf einem qualitativen Methodenmix aus Dokumentenanalyse, teilnehmender Beobachtung (etwa in Lokalparlamenten, Jugendhilfeausschüssen und anderen Gremien), Interviews sowie Hintergrundgesprächen (v.a. mit Lokalpolitiker:innen und Akteur:innen von Behörden und Verwaltung).

Das Projekt zielt darauf ab, in einem Zeitraum von sieben Monaten erste Befunde zu den o.g. Fragestellungen zusammenzutragen, erste Bedarfe abzuleiten und diese in geeigneter Form den interessierten (Fach-)Öffentlichkeiten zugänglich zu machen. Dabei geht es grundsätzlich nicht nur darum, Veränderungen jugendpolitischer Strategien und Realitäten im Kontext autoritaristischer gesellschaftlicher Entwicklungen zu identifizieren und Bedarfe nach veränderten/neuen Konzeptionen demokratischer Jugendarbeitspolitik erstmalig zu skizzieren, sondern darüber hinaus einen Beitrag für die Anforderungen einer (Neu)Gestaltung von gesellschaftspolitischen Realitäten zu leisten.

Im Sinne von Wissenschafts-Praxis-Transformation ist das Projekt kooperativ verbunden mit den Fachorganisationen ‚Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit‘, ‚Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen‘, ‚Fachverband Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit Brandenburg‘. Zudem ist neben einem Special Issue eines Fachjournals angestrebt, Zwischen- und Endbefunde zahlreich auf Fachtagen und pädagogischen als auch soziologischen Konferenzen zu präsentieren.

Abstract

This study investigates contemporary political interventions, conflicts, and negotiations related to the orientation, implementation, target groups and content of youth work (§11 SGB VIII). The starting point are questions and controversies that can currently be observed in numerous places nationwide and with increasing explosiveness. These disputes are closely linked to the growing influence and actions of authoritarian and extreme right-wing political parties. However, an exclusive focus on far-right interventions is insufficient, as the efficacy and limitations of these strategies are shaped by their interaction with other political and administrative stakeholders. A central role in this dynamic is played by local spaces and their specific constellations.

Building on this premise, the study examines the interplay between political parties, local authorities, public administrations, and professional practitioners within the field of youth work, which serves as a key domain of civic and democratic education. The aim is to generate a nuanced understanding of the structural conditions, conflict dynamics, and consequences of these interactions, as well as the strategies employed to defend democratic spaces and practices. The study focuses on the following research questions: 1) What constellations and dynamics of political interventions and regulations can be identified in the examined local contexts? 2) What “scripts of the normal”—i.e., political, discursive, and funding-related shifts and consolidations—can be observed in these local settings? 3) What factors explain local variations in the positioning and strategic approaches of political and administrative actors?

The study is conducted in eight local areas across Germany, including medium-sized and small towns and urban districts as well as rural regions in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Lower Saxony, North Rhine-Westphalia, Saxony, Saxony-Anhalt, and Thuringia. The studies are based on a qualitative mix of methods consisting of document analysis, participant observation (e.g. in local parliaments, youth welfare committees and other bodies), interviews and background discussions (primarily with local politicians and stakeholders from authorities and administration).

The project aims to generate initial empirical insights within the seven-month research period, identify urgent needs, and make findings accessible to both academic and professional audiences. Beyond documenting shifts in youth policy strategies and realities in the context of authoritarian societal developments, the study seeks to contribute to the discourse on reconfiguring democratic youth work policies and shaping socio-political realities.

In line with a science-practice transformation approach, the project is conducted in cooperation with professional organizations, including the Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit, Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen, and Fachverband Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit Brandenburg. Research findings will be disseminated through a special issue of a peer-reviewed journal, as well as through presentations at youth work, social pedagogy, and sociology conferences.

Feministische Friedensforschung im deutschsprachigen Raum – eine Synthesestudie mit Handlungsempfehlungen für Forschung und Hochschullehre

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Auf dem Bild ist das Logo der Stiftung in klein abgebildet.Feministische Friedensforschung im deutschsprachigen Raum – eine Synthesestudie mit Handlungsempfehlungen für Forschung und Hochschullehre

Projektleitung: Prof. Dr. Eva Maria Hinterhuber, Hochschule Rhein-Waal
Projekttyp: Profilprojekt
Fördersumme: 150 Tsd. Euro
Laufzeit: 18 Monate



Zusammenfassung

Feministische Außenpolitik, die UN-Agenda „Frauen, Frieden, Sicherheit“, geschlechtsbasierte Kriegsgewalt, Frauenrechte als Menschenrechte – die aktuellen politischen Herausforderungen unterstreichen die Relevanz des von der feministischen Friedens- und Konfliktforschung bearbeiteten Themenspektrums. Im wissenschaftlichen Mainstream besteht dennoch eine Marginalisierung der Themen fort, wie der Bericht des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland (2019: 72) verdeutlicht.

Dessen ungeachtet hat die feministische Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum in den vergangenen drei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Den aktuellen Forschungsstand in Form einer Synthesestudie systematisch zu erheben und damit zu ihrer Stärkung beizutragen, ist das Ziel dieses Projektvorhabens. Mit Blick auf die vom Wissenschaftsrat (ebd.) geforderte Internationalisierung, Interdisziplinarität und Vernetzung zielt das Vorhaben auf Folgendes ab:

  1. Der Stand der feministischen Friedensforschung im deutschsprachigen Raum wird systematisch erhoben und mit dem internationalen Forschungsstand abgeglichen.
  2. Die Berücksichtigung von Forschung aus unterschiedlichen Fachrichtungen in der geplanten Synthesestudie macht die interdisziplinäre Ausrichtung der feministischen Friedensforschung deutlich.
  3. Die Erhebung schafft eine Übersicht über zentrale Akteur*innen im deutschsprachigen Raum, trägt zu deren Vernetzung bei
  4. und festigt so deren Sichtbarkeit auch auf internationaler Ebene.

Durch die systematische Erhebung und den Abgleich mit dem internationalen Diskurs werden Spezifika im deutschsprachigen Raum deutlich, aber auch Leerstellen herausgearbeitet. Die Vorgehensweise des Systematic Review ermöglicht zudem, auch Themenfelder zu inkludieren, die ansonsten wenig Sichtbarkeit erfahren.

Ziel des Projektes ist es, neben Ableitungen für weitere Forschungen die Ergebnisse in begrenztem Rahmen in Form von Lehrmaterialien auch für die hochschulische Lehrpraxis zugänglich zu machen und so nachhaltig den Zugang zukünftiger wissenschaftlicher Generationen zum Themenfeld der feministischen Friedensforschung zu erleichtern.

Abstract

Feminist foreign policy, the UN agenda “Women, Peace and Security”, gender-based violence in war, women’s rights as human rights – current political challenges underscore the relevance of the range of topics addressed by feminist peace studies. The topics, however, continue to be marginalized in the scientific mainstream, as the report of the German Council of Science and Humanities on the further development of peace and conflict studies in Germany (2019: 72) makes clear.

Nevertheless, feminist peace and conflict studies in German-speaking countries have undergone a remarkable development over the past three decades. The aim of this project is to systematically survey the current state of research in form of a synthesis study and thus contribute to its strengthening. With a view to the internationalization, interdisciplinarity and networking called for by the German Council of Science and Humanities (ibid.), the project aims to achieve the following:

  1. The state of feminist peace studies in German-speaking countries is systematically surveyed and compared with the international state of the art.
  2. The consideration of research from different disciplines in the planned synthesis study highlights the interdisciplinary orientation of feminist peace studies.
  3. The survey provides an overview of key actors in German-speaking countries, contributes to their networking
  4. and thus, also strengthens their visibility at the international level.

The systematic survey and comparison with international discourse highlights specifics in German-speaking countries, but also identifies gaps. The approach of the systematic review also makes it possible to include topics that would otherwise receive little visibility.

The aim of the project is to use the findings to inform further research and to make the results accessible to a limited extent in the form of teaching materials for use in higher education, thus sustainably facilitating access to the field of feminist peace research for future generations of academics.

When do conspiracy theories lead to violence?




When do conspiracy theories lead to violence? The influence of perceived threats and moral beliefs


Pilot project

2024, duration 12 month

Thinking about the war from the end. Insights for the war in Ukraine




Thinking about the war from the end. Insights for the war in Ukraine


Cooperation project, Funding line “Russia’s War Against Ukraine”

2023, Duration 30 months

Synthetic biological weapons




Synthetic biological weapons – Biosafety assessment of the convergence of synthetic biology with new / innovative technologies


Profile project

2023, duration 30 month

The German peace movement in the context of the war in Ukraine




The German peace movement in the context of the war in Ukraine: changing internal discourses and struggles for interpretation


Profile project

2023, duration 30 month

Social acceptance of arms exports in the main exporting EU and NATO countries




Social acceptance of arms exports in the most important exporting EU and NATO countries: A conjoint experiment


Profile project

2022, duration 30 month

Targeting: How the USA and EU Use Individual Sanctions (INSA)




Targeting: How the USA and EU Use Individual Sanctions (INSA)


Profile project

2022, duration 30 month